Donnerstag, 15. November 2018

Zu Besuch in der Drechslerei Hübner

Heute haben wir einen kleinen Ausflug gemacht. Unser Weg führte durch dicken Nebel nach Erfurt in die Drechslerei Hübner.
Lange schon wollte ich mal dorthin, denn ich brauche ein paar neue Spulen für ein Spinnrad.
Ich muss sagen, dieser Besuch hat sich gelohnt.
Eine tolle Werkstatt empfing uns, mit allerliebsten Produkten und einem sympathischen Drechselmeister.




Dass Kurt Hübner Meister seines Fachs ist, dass sieht man sofort. 
Neben vielen Weihnachtsprodukten stellt er auch 
Holzkonstruktionsbaukästen (Holzspielzeug) für Kinder her, Stuhl- und Tischbeine, Holzkugeln in allen Größen usw und auch Spinnräder.
Das Modell "Schmidts Katze"war mir mit seiner Dreieckskonstruktion schon einige Male im Internet begegnet, nun konnte ich es mal im Realen begutachten. Ein doppelfädiges Rad, solide gebaut, mit 4 Spulen, kugelgelagert und Einzeltritt, zum Spinnen von feinen Fädchen, im modernen Design für 200€ - ich finde da kann man nicht meggern.

Schmidts Katze



Entdeckt habe ich zwei Anhänger für den Weihnachtsbaum, die mit nach Hause gekommen sind
und die Modellspule habe ich zum Nachdrechseln dagelassen.
Also, wenn ihr mal in der Nähe seit, dann fahrt ruhig mal dorthin, holt für eure Kinder einen Baukasten oder vielleicht sogar ein neues Spinnrad.




Donnerstag, 8. November 2018

mähhhhh, mäh

Mein Lehrling hat gesägt und gefeilt und geschmirgelt und geschliffen und gebohrt und geklebt. Ganz fein und ganz liebevoll. Ich habe die Wolle draufgeklebt.
Herausgekommen ist eine kleine Herde, die Weihnachten vielen Empfängern Freude machen wird.
Ganz groß, mittel, ganz klein stehen sie jetzt bei uns rum und wir erfreuen uns an ihrem Anblick.
mähhhhhh, mäh.................................................................................................................................




Samstag, 27. Oktober 2018

Käse - Sahne - Torte

Drei Tage bin ich mit einem Kuchenzahn rumgerannt. Der Sinn stand mir nach Käse - Sahne - Torte, mit einem Hauch Zitrone, eben so, wie solche Torten schmecken müssen.
Und dann hab ichs einfach getan:

Ich habe die erste Käse- Sahne - Torte meines Lebens gebacken.
Was soll ich euch sagen?
Sie hat genau so geschmeckt, wie ich mir das vorgestellt habe.
Alle, die davon mitprobiert haben, wollen nun das Rezept.

Also bitte, hier ist es. Zusammengeklaut aus mehreren Rezepten und verändert. Klappt bombig, mach ich alsbald wieder.

Biskuitteig:

5 Eier
5 El Zucker
0,5 Pck Backpulver
1 Pck Vanillezucker

Eier trennen, Eiweiß steif schlagen. 
Eidotter mit Zucker und Vanillezucker schaumig rühren, Eischnee unterheben.  In Springform bei 
170 ° circa 20 min backen, dann auskühlen lassen.
Wenn Teig ausgekühlt ist mit Zwirnsfaden zwei Hälften durchsäbeln  (Boden und Decke).

Käsemasse:

4 Tüten gemahlen Gelatine
circa 7 El Wasser
1000 g Magerquark
250 g Zucker
1 Zitrone ( Abrieb und Saft)
3 Becher Schlagsahne
Staubzucker zum Bestäuben

Sahne, Eiweiß getrennt steif schlagen. 
Quark, Zucker, Zitrone verrühren, Gelatine im Wasser erhitzen, etwas abkühlen lassen und einlaufen lassen. Eischnee, Schlagsahne unterrühren.

Käsemasse auf Boden füllen, alles mit der Biskuitdecke belegen, obendrauf Staubzucker.

Über Nacht im Kühlschrank stellen.


Freitag, 19. Oktober 2018

Heute schon gekrappt?

Wie schon bereits angekündigt, hatte ich noch eine weitere Färbung im Kochtopf, nämlich Krapp.
Das Pulver dafür hatte ich auf dem Markt Neckerodas, zum Färbefest erstanden.
Gefärbt habe ich mit 5% Krapppulver und vorher alles mit 8% Alaun gebeizt.

Nun ist alles kardiert und wartet auf seine Verarbeitung. 
Und ich habe wieder etwas gelernt.
Das Krapppulver löst sich nicht auf! Wie Mehl hockt es jetzt in meinen ganzen Fasern.
Das hätte mir ruhig mal jemand vorher sagen können, auch in der Literatur gab keinen Hinweis dazu.
Also gab es eine ziemliche Stauberei beim Kardieren und ich weiß jetzt, dass ich Pflanzenfarbpulver das nächste Mal in Teefiltertütchen oder dergleichen abfüllen werde, zudem wartet auf meine Fasern eine ordentliche Wäsche nach dem Spinnen.

Dennoch bin ich ganz zufrieden mit dem Ergebnis. Ein Lachston, den ich vor meinem geistigen Auge mit grau verstrickt sehe.

Hier also die fertigen 100g Batts und mein dazu gehöriges Filmchen.





Donnerstag, 11. Oktober 2018

Schwarzbraun ist ...

bei uns die Walnuss. Nach der Färberei kommt die Kardiererei und dann kann man sich schon aufs Verspinnen freuen.

Diesmal konnten wir sogar ein Schnäpschen bei der Arbeit verdrücken.
Ich hatte ja bereits hier gezeigt, wie Schnaps und Färbung funktionieren. Um es kurz zu machen, der Schnaps schmeckt super. Mein Lehrling hat sich zunächst nicht getraut, dass zu trinken also musste ich mutig voran. Oh ja, der ist ganz vorzüglich! Nächstes Jahr setzen wir mehrere Flaschen an.

Kardiert haben wir mittlerweile alle möglichen Färbungen, auf den Bildern sieht man alles 100g Batts, vom Jakobs- und Rhönschaf.

Und los gehts:

1. Grüne Walnüsse - Färbung



2.  Zwiebel - Färbung



3. Goldrute - Färbung 




Als nächstes ist jetzt schon Krappfärbung im Kochtopf. Wartet mal ab.

Freitag, 21. September 2018

Zwiebel küsst Goldrute...

...oder so ähnlich könnte man diese Komposition der zweiten Farbzüge von Zwiebel und Goldrute benennen.
Ich muss feststellen, dass ich mit meinen ersten Pflanzenfärbungen sehr zufrieden sein kann.
Die gewünschten Farben, nämlich Grün und Gelb habe ich geschafft und dabei viel an Erfahrung gesammelt.

Die Aktionen habe ich genutzt, um alles in bewegten Bildern festzuhalten. Es war wirklich nicht schwer und jeder Autodidakt kann das nachmachen. Die Färbevorgänge und vieles andere mehr, sieht man auf meinem Kanal: Handspinnerei Giftgruen

Jetzt bleibt mir nur noch, das gesamte Material zu kardieren und dann wegzuspinnen und dann zu verstricken und es dann mit stolzem Gesichte zu Markte zu tragen - oder so in der Art...





Freitag, 14. September 2018

Zum Schulanfang...

ist es immer das Gleiche. Hefte beschriften, Federmappe auffüllen und die neuen Bücher einbinden. Dabei kann man schonmal lunzen, was so alles drankommt. 
9. Klasse also, Sohn braucht Tabellen und Formeln und Übungsbücher. Ersteres stellt eigentlich die Schule, eigentlich. 
In Sohnis Schule gibts aber zu wenig Exemplare, sodass wir genötigt waren, dieses Buch selbst zu kaufen. Toll, wir habens ja. Danke an den Staat, für den sorgfältigen Umgang mit meinen Steuergeldern. Nicht nur, dass Sohnis Schule eine Ruine ist (letztens ist ihm ein ganzes Fenster auf den Kopf gefallen), nein für Bücher reicht es auch nicht und die Chemielehrerin darf ihre Ausstattung an chemischen Substanzen für den Unterricht auch aus eigener Tasche bezahlen.
Ist sowas normal?
Mich macht das sauer, auch das Lehrer über die Sommerferien entlassen werden und dann von ALG leben müssen.

Zurück zu den Büchern. Wir haben beschlossen, unseren Haushalt plastefrei zu gestalten. Wegen der Umwelt, der Haptik, nachfolgenden Generationen und so weiter, ihr wißt schon... 
Schnell haben wir festgestellt, wieviel Plastegelumpe sich überhaupt in unserer Wohnung befindet, teilweise macht es ja auch Sinn. Dennoch schleppen wir viel zu viel Verpackungsmüll und dazu zählt auch Papier, mit nach Hause. 
Also ab jetzt, bewusster einkaufen, verpackungsfrei auf dem Markt zum Beispiel und auf Plastezeugs verzichten, wo es geht. Ganz bekommen wir es aus unserem Haushalt nicht weg aber wenigstens ein bisschen weniger, das geht schon.

Zurück zu den Büchern. Die müssen jetzt eingebunden werden und da ich die (Plaste-!)Nähmaschine eh draussen habe, genug Stoffreste und so da sind und ich nichts kaufen mag, sondern mich aus meinen häuslichen Ressourcen bedienen will, mache ich mich ans Werk und nähe Buchumschläge. 
Und voilà, da sind sie schon fertig.
Sohn meinte später so: Bei den Mädchen hab ich jetzt einen Stein im Brett, die fanden das geil und die Jungs haben komisch geguggt. Offensichtlich hat das keiner in der Klasse. 
Naja, vielleicht macht die Idee die Runde...











Sonntag, 2. September 2018

Schnell, schnell Goldrute ...



... ernten, bevor sie verblüht ist! 
Ein bisschen musste ich mich schon beeilen. Überall wächst sie wild und solch eine prima Färberpflanze wollte ich mir doch auf keinen Fall entgehen lassen.

Deshalb bin ich mit meinem Spinnlehrling losgerannt und habe, die noch nicht verblühten Pflanzen, die unweit unseres Hauses stehen, abgeerntet.
Man muss schon eine Rosenschere mitnehmen, denn die Stengel sind wirklich sehr hart und mit dem Taschenmesser bekommt man sie nicht durch.
Benötigt werden Blätter und Blüten, bei mir sind auch ein paar Stengel mit drin - aus lauter Faulheit.

Gebeizt wird das Vlies mit dem allseits umstrittenen Poolreiniger Kupfersulfat, auch Kupfervitriol genannt. Mein Spinnlehrling hatte das Zeug mit der Bezeichnung Kupfersalz früher in seinem Chemiebaukasten. So einen Chemiebaukasten hätte ich als Kind auch gerne gehabt, zumal sich auch ein Bunsenbrenner mit darin befand! 

In der Apotheke wurde ich darüber informiert, dass mit diesem Zeug Algen getötet werden und das Poolbesitzer darauf schwören. Pfui Teufel, sowas trinkt man dann beim Schwimmen. 
Dass ich es zum Färben brauche wollte der Apothekerin nicht so recht einleuchten. Warum ich grüne Wolle nicht einfach kaufe, hat sie gefragt. Naja, da müssen wir SpinnerInnen natürlich drüber grinsen. Wolle kaufen, wenn man sie doch selber machen kann...haha.

Jedenfalls zeigt mir das, dass Wolle mit Pflanzen färben gar nicht so ein ökologische Angelegenheit ist.

Zum Thema habe ich mich belesen. Wenn man zum (ohnehin schon arg verdünnten) Beizsud Essig hinzufügt, wandelt sich Kupfersulfat in Kupfer um und die Umweltschädlichkeit ist nicht mehr gegeben. Ist ja irgendwie doch so ein bisschen wie experementieren mit dem Chemiebaukasten, meine ich und statt des Bunsenbrenners muss nun der Küchenherd herhalten.
Rausgekommen ist jedenfalls Olivgrün. Der Spinnlehrling hat gemeggert, dass er diese Farbe häßlich findet. 
Das Färben selbst sieht man im Filmchen.

Fazit:
1. Super, das Färbematerial bekommt man für umsonst
2. Man benötigt zur Ernte eine gut funktionierende Rosenschere
3. Neue Rosenschere kaufen
4. Rostiger Topfboden gibt braunen Farbeinschlag
5. Immer noch neuen Topf kaufen
6.Wolle grünt an der Luft nach
5. Mit dieser Farbe kann man ganze Armeen einfärben
6. Ich komme meinem Wunsch, Gold zu spinnen immer näher


Hier das dazugehörige Video:






Goldrute wird für den Kochvorgang vorbereitet







Mittwoch, 29. August 2018

Im Zeichen der Zwiebel...

... steht meine heutige Färbeaktion. Ein ganzes Jahr habe ich gelbe Zwiebelschalen gesammelt und nun war es endlich soweit.
In meinem Schuppen schliefen noch gereinigte Fasern vom Vorjahr und die haben jetzt ein neues Farbkleid verpasst gekommen.
Wie das geht, seht ihr im beigefügten Filmchen.

Fazit:
1. Ich brauche unbedingt einen größeren Edelstahltopf für 50l
2. 500g trockene Zwiebelschalen reichen locker für 2 kg Wollfasern
3. Mehr Zwiebeln essen, vielleicht mal rote






Die bereits ausgekochten Zwiebelschalen werden in ein Säckchen umgefüllt, dazu kommt Alaunbeize

Alles köchelt so circa 1,5 Stunden

Links - Farbzug 1- ein sattes Goldgelb
Rechts - Farbzug 2 - ein helles Senfgelb


Mittwoch, 22. August 2018

Grüne Walnüsse




Bei uns um die Ecke steht eine Allee mit Walnussbäumen. Seit drei Jahren verpasse ich jedesmal den Termin, wenn die Walnüsse schön groß aber noch grün sind, um sie zu ernten, damit ich mit ihnen färben oder Schnaps machen kann.

So war es auch in diesem Jahr. Geerntet werden sollen die grünen Walnüsse idealerweise so gegen Ende Juni. Aber nö, ich bin da lieber in den Urlaub gefahren und Mitte Juli fiel mir dann ein, dass ich die Ernte mal wieder verschusselt habe. 
Na egal. Wer mich kennt, weiß, dass die "mit dem Kopf durch die Wand-Methode" bei mir System hat und unbedingt zu meiner Lebensführung dazugehört. Nach dem Motto: "mit brachialer Gewalt hat stets alles funktioniert" gehe ich oft zu Werke, meistens mit Erfolg.
Mitte Juli sind die Walnüsse ja schließlich auch noch grün und in meinen theoretischen Überlegungen war mir nicht ganz klar, warum es dann nicht mehr gehen sollte.
Beim Pflücken war noch alles schön aber als ich die überaus prächtigen Früchte mal so eben fix zerkleinern wollte, wurde mir klar, dass Theorie und Praxis zwei grundverschiedene Dinge sind. 
Es ist nämlich so, dass die Nüsse so um den 24. Juni drumherum noch weich und nicht verholzt sind und man sie leicht vierteln kann, während mich, Mitte Juli, die verholzten Nüsse aus der Schale heraus frech angrinsten. 
"Jaja, ist ja gut, ich habs kapiert", murmelte ich so vor mich hin und ärgerte mich in diesem Moment auch fast gar nicht schwarz. 
Kurz habe ich überlegt, ob ich alles wegschmeiße und mir für das nächste Jahr denn Wecker stelle aber die "Nicht so schnell aufgeben und doch noch alles zu Ende bringen, mit Improvisation- Methode" ist eben auch Bestandteil meines Lebensentwurfs.

Nun also habe ich die Nüsse aufwendig geschält, was zwar mehr Arbeit machte aber letztendlich doch zum Erfolg führte. 
Entstanden ist eine prima Färbeküpe, den Vorgang könnt ihr im oberen Clip verfolgen und natürlich habe ich auch vor der Arbeit an den Spaß gedacht und Schnaps angesetzt. Rezept wie folgt.

Ich muss sagen, was Schnaps und färben betrifft, haben mich die Ergebnisse voll überzeugt und mir gezeigt, dass man seine verschusselte Zeit doch oftmals wieder aufholen kann.


Magenbitter aus grünen Walnüssen


1.  Man braucht Schutzhandschuhe zum Nüsse schneiden. Achtung Gerbsäure























2. 18 - 20 grüne Walnüsse, vierteln oder schälen




                                                                                                      3. 250g Zucker hinzufügen



















4. 0,7l (1 Flasche) Doppelkorn






















5. Alles verrühren, 4 Wochen an sonnigem Platz ziehen lassen. Dann filtern und in Flaschen füllen und mindestens 2 Monate dunkel lagern.





Und hier auf der Wäschespinne hängt das gefärbte Flies




Sonntag, 15. Juli 2018

Über Zufälle, digitale Netzwerke und Hundewolle...


..will ich euch heute berichten.
Wer so, wie ich im Internet unterwegs ist, der ist auch meistens in digitalen Netzwerken zu finden.

Und wie ich da so unterwegs bin, lande ich in einer Gruppe, die sich mit unserer einheimischen 
Vogelwelt befasst. Ja, ich füttere Vögel in meinem Garten und erfreue mich an Specht, Eichelhäher, Star und Co und manchmal tausche ich mich mit Gleichgesinnten darüber aus.

In solch Gruppe habe ich Heidrun aus dem Lungau in Österreich virtuell kennengelernt und erfahren, dass sie vier Samojedenhündinnen ( Heidruns Samojedenwelt ) hat. So im Nebengespräch stellte sich dann heraus, dass Heidrun fleißig die Haare ihre ausgekämmten Hunde sammelt, um sie verspinnen zu lassen. 
Ja und welch ein Zufall, ich bin ja Spinnerin!

Wir hatten dann folgende Idee. In den Sommerferien packe ich nicht nur meins sondern auch das Spinnrad meines "Lehrlings" ins Auto und dann düsen wir, gemeinsam mit Sohn ins schöne Lungau, machen dort Urlaub und verspinnen Heidruns Samojedenwolle. Und welch ein Zufall, Heidrun vermietet auch Ferienwohnungen. 
Viel Vorbereitung benötigte unsere Ferienjobaktion nicht. Wir mussten nur abwarten, bis es Zeugnisse gab und Heidrun musste ihre Viecher kämmen.
So sind wir am 30. Juni 2018 ins schöne Lungau gedüst und haben dort unseren Ferienjoburlaub angetreten.
Ich kann euch gar nicht sagen, wie schön es dort war. Wir haben jede Sekunde genossen und die Berge rundherum in unserer Hirnschublade für Urlaubserinnerungen gespeichert. Der Lungau ist einfach fantastisch. Eine kleine Region, mit nur 20 000 Einwohnern und vor allem noch nicht so überlaufen. Unbedingt muss ich euch das weiterempfehlen. 
Gewohnt haben wir übrigens in diesem tollen Baudenkmal: Heihsgut.







































Aber zurück zur Hundewolle. Da haben wir ordentlich reingeklotzt. Fast jeden Abend wurde gesponnen, parallel zur Fußball WM. Letztendlich habe ich (der Esel nennt sich immer zuerst :-) ) sechs 230g- Spulen vollbekommen und mein Lehrling so in etwa vier 200g Spulen. Die gesamte Hundewolle haben wir weggearbeitet.
Nur mal so nebenbei, es spinnt sich super, Video folgt.
Wie alles so aussieht, das seht ihr auf den Fotos.

Und was kommt jetzt? Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub, wir planen schon die nächste Reise...

Sonntag, 18. März 2018

Wie ich die gesamte Menschheit rettete

Also es war so:

RINGRING.....TELEFON, mein Bruder ist dran.

Ich: Hallo, was gibts denn so Dringendes?

Er: Du musst eine Gehirnmütze stricken!

Ich: Wie, was, wo und vor allem WARUM?

Er: Ich schick dir mal Bilder, genau so soll es sein und zwar für meine Tochter, - deine Nichte, die schreibt ihre Doktorarbeit und dafür muss sie das haben, sonst kann sie die nicht fertigstellen und schon gar nicht verteidigen und dann bist DU daran schuld!

Ich: Äh, nee, daran will ich nicht Schuld sein, ich mache mir jetzt aber keinen Stress, denn an so ner Arbeit schreibt man ja jahrelang und deshalb darf ich auch jahrelang daran stricken, oder?

Er: Aber bummele nicht ewig damit rum ansonsten ist sie vor dir fertig

Ich: Seufz..... öh... naja ein bisschen kniffelig isses schon aber ok, für die Forschung muss ich es ja quasi machen, denn es ist davon auszugehen, dass davon das Wohlergehen der gesamten Menschheit abhängt. 

Er: Ja, das hast du gut erkannt, genau SO ist es nämlich und wenn du die fertig hast, dann machst du eine in grün und noch eine in blau, für die Zwillinge

Ich: Wollen die jetzt auch die gesamte Menschheit retten?

Er: Die sind zwar erst 10 aber ja, du kannst auf alle Fälle schonmal prophylaktisch davon ausgehen


Ja, was soll ich euch sagen. Ich, kann vermelden, dass ich euch alle und quasi die gesamte Menschheit gerettet habe, denn das Ding ist fertig.

Ja, die Arbeit verlief wie gedacht. Die Mütze habe ich an EINEM (!) lauen Sommerabend im Schwarzwald, Anno 2015 an- und fertiggestrickt. Die Strickschläüche habe ich dort auch begonnen und wieder in die Ecke geschmissen, weil sie sich so langweilig gestrickt haben und Socken IMMER Vorrang haben. 
Weitergestrickt wurde an ihnen auf Rügen 2017, mit dem Plan alles fertig zu bekommen aber leider war die Wolle alle und ich ein bisschen eingeschnappt, ob des ungeahnten Wollverbrauchs.
Meine Bockigkeit hielt bis 2018 an, dann bekam ich wieder ein ganz schlechtes Gewissen wegen der gesamten Menschheit und so...
Da ich hier unabkömmlich war und nicht in den Schwarzwald fahren konnte, um neue Wolle zu besorgen, ging ich in ein ortsansässiges Wollgeschäft meines Vertrauens und holte in etwa passenden Nachschub.
Ja und dann schritt die Rettung der gesamten Menschheit doch in Riesenschritten voran. Der zweite Strickschlauch wurde fertig und im Zuge eines Wutanfalls nähte ich endlich die Hirnwindungen auf die Mütze!

Puhhhh... ihr habt alle nochmal Glück gehabt, auf jeden Fall seit ihr gerettet, mittlerweile traue ich mir sogar zu die Endzeitformel zu erstellen und nebenbei noch das Bernsteinzimmer zu entdecken.

Aber in grün und blau? Echt jetzt?






Sonntag, 25. Februar 2018

316g für den Bockstenmann...

Ja, die Handspindel hat mal wieder ganze Arbeit getan. Fleißig sprang sie auf und ab und verarbeitete für mich 316g ungewaschenes Vlies vom Bockstenmann in Schweden.
Ich habe in vergangenen Posts bereits von diesem Projekt berichtet, indem umverzwirntes Garn zu mittelalterlicher Kleidung verwoben werden soll.
Nachlesen kann man das hier: 

1. https://clarice39.blogspot.de/2017/08/und-stop.html
2. https://clarice39.blogspot.de/2017/07/von-angewandter-archaologie-moorleichen.html

oder es auch anschauen. 





Was ist nun mein Fazit? 
Für den gewünschten Spinnwinkel von 45° ist es unerlässlich den Faden nicht zu dünn zu verspinnen, da er sonst ständig reißt. Er ist mir auch laufend gerissen, zu meinem Leidwesen, oft habe ich geflucht.
Durch diesen starken Überdrall entsteht letztendlich aus dem ansich sehr weichen Vlies ein wirklich harter und stabiler Faden. Wenn ich den verzwirnen müsste, dann hätte ich einen blutigen Finger. Aber verzwirnt wird ja nicht.
Dadurch, dass das das gesamte Wollfett noch im Faden enthalten ist, bleibt er beim Abhaspeln oft kleben und reißt dann. Dennoch habe ich es beim dritten Strang ohne zerreißen geschafft. Die beiden anderen musste ich ein paar mal zusammenknoten.
Jetzt geht alles zurück an den Absender und auf mich warten nun wieder neue Projekte.




Samstag, 10. Februar 2018

Undine hießen die Batts...

alles was von ihnen noch so da war, hab ich mal flugs versponnen. 
Mal zur Erinnerung. Blau, Petrol, Flieder bilden die Grundlage dieser Spinnfasern aus deutscher Merino, dass ich zu einer fluffigen Kardenwolle verarbeitet habe. Wenn ich daran denke, dass ich die Schafe persönlich kenne, dann freut es mich doch. Ich mag diese gedeckten Farben. Hier nochmal der Link zur Herstellung der Batts.

Ungefähr ein Kilogramm ist herausgekommen. Zwischenzeitlich hatte ich echt mal die Lust verloren. Immer das gleiche Zeugs und es nahm kein Ende. Dann hat mich ein Wutanfall gepackt und an einem Sonntag bin ich über die letzten 250g hinweggetobt und habe weggesponnen als gäbe es kein Morgen. Frau Holle, König Drosselbart und sogar Rumpelstilzchen hätten ihre wahre Freude an diesem Tobsuchtsanfall gehabt.
Das wäre also fertig und nun kommt mal zur Abwechslung mein Moswolt Spinnrad zum Einsatz. Ich werde berichten.




Donnerstag, 1. Februar 2018

Am 15. Januar 2015 angefangen und

siehe da, am 15. Januar 2018 isses schon fertig. Haha

Ich muss sagen, dass ich noch nie so lange an einer Strickjacke rumgemehrt habe. Genauer gesagt, lag sie eigentlich hauptsächlich im Strickbeutel und hat unter anderem einen Umzug mitgemacht. Mit schlechtem Gewissen habe ich immermal an sie gedacht, den Gedanken jedoch immer wieder weggeschoben. Nun also war es soweit und die Stricklust hat mich überkommen. Zappzerapp war sie dann auch fertig und ich habe mich dann doch gewundert, warum ich sie so lange liegen gelassen habe. Bin wirklich zufrieden, wenngleich ich feststellen muss, dass das Fotomodell auf dem Strickmuster eine Jacke anhat, die etliche Nummern zu groß ist, meine fällt ganz anders aus
Zur Wolle. Die hat Heidi angeschleppt. Es war eine Spende, die sie nun versilbern wollte, um Geld, statt Wolle zu spenden. Irgendwo hatten diese 10 maisgelben Knäule über 20 oder 30 Jahre im Lager eines Wolladens geschlummert, es waren noch DM Preise drauf. 10 Knäule - 10 €, ich dachte das wäre eine gute Spende aber Heidi hat schon etwas plumerant geschaut. Grmpf...
Die Fotos sind doof, Knallsonne, Schatten und Wind und das alles im Februar. Na egal, man siehts ungefähr.
Also hier kommt sie nun, ein Dropsmodell in maisgelbem Mohair:








Donnerstag, 11. Januar 2018

Energieschub...

oder vielleicht auch Manie, ich weiß nicht, wie ich das bezeichnen soll, wenn ich kurz hintereinander fünf große Taschen häkele. Aber genau das habe ich getan. 
Naja, alle wollen welche haben und bitte sehr, hier sind sie. Eine habe ich ja schon gezeigt, hier sind die vier restlichen.
Hat Spaß gemacht aber jetzt will ich auch mal wieder stricken.




Freitag, 29. Dezember 2017

Vielleicht Silvester...

mache ich sie wieder. Blätterteigquadrate - schnell gemachtes, fleischloses Fingerfood, bei dem immer alle ordentlich reinhauen. 
Und das geht so:

Zutaten:
  • Blätterteig aus dem Supermarkt (am besten gleich zwei Rollen)
  • Tomaten
  • Zwiebeln
  • Eigelb zum Bepinseln (ersatzweise Rama creme fine oder Sahne)
  • grünes Pesto
  • Gewürze (Pfeffer, Salz,Thymian, Kümmel, Paprika...)
Zubereitung:
Blätterteig in Quadrate schneiden und mit Eigelb bepinseln. Alles mit Gewürzen nach belieben bestreuen. Zwiebeln klein würfeln und einige Stückchen in die Mitte der Quadrate platzieren. Tomaten, in mitteldicke Scheiben schneiden und auf die Zwiebeln legen, darauf einen Klecks Pesto. Ales 20 bis 30 min, je nach Herd bei 180 Grad ausbacken.
Gutes Gelingen



Sonntag, 17. Dezember 2017

Wer den...


letzten Post über die Stallweihnacht mit Argusaugen verfolgt hat, konnte sie schon sehen. Meine neue Jacke.
Ich muss zugeben, dass das Foto etwas lieblos ist, was der knappen Zeit geschuldet ist. Dennoch, meine ich, lässt sich ganz gut erkennen, was ich da fabriziert habe. Was als Sommerprojekt begann, hat nun zur Weihnachtszeit sein Finale.
Mehrere Schafrassen geben sich hier ein Stelldichein und wurden in einem Drops-Vintagemodell aus den 80er Jahren verwurstet. Deutsches und australisches Merino, Ouessant  sind versponnen und zu kuschligen Krausrippen verstrickt, Patchworknähte aus Christas Gotlandschafen halten alles zusammen.
Mein Ziel, eine kuschelige warme Jacke zu erhalten habe ich erreicht und die angeschnitten Ärmel tragen sich wider Erwarten ganz wunderbar.
Hier das Pattern und die Jacke ziehe ich direkt wieder an (und spare mir damit die Heizung) :-) :




Donnerstag, 14. Dezember 2017

Stallweihnacht Hassenhausen (Sachs. Anh.) 2017

Alle zwei Jahre nur findet sie statt, die Stallweihnacht zu Hassenhausen. 
Viele Tiere müssen für diesen Tag zusammenrücken, damit Händler und Weihnachtsmarktbegeisterte sich mit ihnen für einen Tag den Stall teilen können. Dafür entsteht eine wunderbare Atmosphäre. Mit Strohballen sind kleine Räume abgeteilt, in denen Kuchen und andere Schmankerln gegessen werden können, Händler und Handwerker ihre Arbeitsflächen haben und Kinder auf dem Strohspielplatz toben dürfen.
Ich hatte mich gewundert, als Anfang November auf meinem Handy eine Nummer aus Sachsen Anhalt erschien. Die Veranstalterin hatte mich kontaktiert, mit dem langgehegten Wunsch doch mal wenigstens eine Spinnerin dabeihaben zu dürfen. Eine? 
Letztendlich haben wir uns mit 4 Handspinnern und einem Standbetreuer auf den Weg gemacht und uns auch auf den Event gefreut. Wir wurden nicht enttäuscht. Zwischen Eseln, Schafen, Kälbchen und Ziegen nahmen wir unser Lager und spannen, was die Fasern so hergaben.   
Es war wirklich ein sehr schöner, allerdings auch kalter Tag. 
In zwei Jahren sind wir wieder dabei aber psst.... für diesen Event wird kaum Werbung gemacht, weil sonst viel zu viele Leute kommen. Ein Geheimtipp ist dieser kleine Privatmarkt aber auf jeden Fall, gleich hinter der thüringisch-anhaltinischen Grenze.